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Engel: Hallo, ich bin die Hoffnung und ich bin ein Engel. Puuhh - das war ja anstrengend, zu Euch zu kommen. Überall Stacheldraht, meterdicke Mauern, Panzerglas und sooo viele verschlossene Stahltüren. Und überall Verbotsschilder und Videokameras. Wer bist denn Du?
Maus: HaIlo, ich bin die Maus Mira. Die Menschen nennen mich 7483. Sie haben mich gezüchtet, damit sie mit mir herumexperimentieren können. Ja, es ist schwer uns zu finden. Normale Menschen schaffen das nie. Es ist verboten, weil niemand erfahren darf, wie sehr wir leiden.

Engel: Das hört sich ja schlimm an. Was heißt denn züchten?
Mira: Wir werden wie Gegenstände hergestellt. Wir müssen Tierkinder bekommen, die dann in Versuchen sterben. Manche Säuglinge werden uns gleich nach der Geburt weggenommen und einsam aufgezogen, weil Hirnforscher dadurch etwas über Menschen herausfinden wollen.
Engel: IIIIHHH!! Das ist ja richtig gemein!!! Menschen quälen Tiere, um etwas über Menschen zu lernen?
Mira: Ja, sie nennen uns „Versuchstiere“, oder z. B. auch „Krebsmäuse“, weil sie uns extra für ihre Versuche geschaffen haben.
Engel: Wie, was? Aber Gott hat doch Menschen und Tiere geschaffen!
Mira: Sie sagen aber, sie haben uns geschaffen und vergeben dafür sogar einen Nobelpreis! Und „Versuchstiere“ klingt doch auch so, als wären wir von Gott für Versuche bestimmt und die Menschen würde keine Verantwortung treffen!
Engel: Ich weiß zufällig ganz genau, dass Gott nicht will, dass Tiere gequält werden.
Mira: Menschen machen aber was sie wollen. Sie behaupten, dass wir „nur“ Versuchstiere sind und geben uns Nummern, keine Namen. Sie nennen uns „Modelle“, „Material“ und „Werkzeuge“, so wie Sachen, die keine Freude, Angst, Schmerz und Einsamkeit empfinden. Übrigens, viele Menschen finden besonders Mäuse und Ratten ekelig. Sie nennen uns „Schädlinge“. Dabei sind wir Wirbeltiere mit einem Gehirn – wie sie selbst. Sie machen mit uns ja gerade deswegen Versuche, weil wir ihnen so ähnlich sind. Die größte Ähnlichkeit besteht im Leiden. Wir können uns noch nicht einmal ablenken und kennen keine Hoffnung, so wie sie.

Bruno: Hallo, ich bin Bruno - oder auch 238. Die Menschen sollten mal überprüfen, welches das schädlichste und grausamste Tier auf Gottes Erde ist….
Sie sagen immer, dass sie gerecht sein und Gleiches gleich behandeln wollen. Menschen zu grausamen Versuchen zu zwingen ist verboten. Aber für grausame Tierversuche gibt es jede Menge Steuergelder und Ehrungen!
Engel: Das kann doch nicht wahr sein!
Bruno: Viele sagen: Besser, dass man das mit Tieren macht als mit Menschen. Sie lassen uns leiden, weil sie hoffen, dann nicht selbst leiden zu müssen und glauben, das sei eine Entschuldigung. Sie sagen, wir sind ja nur Tiere!
Engel: Quälen sie auch andere Menschen, die ihnen nicht wichtig sind und die so wehrlos sind, wie Ihr es seid, wenn das Vorteile verspricht?
Bruno: Ich weiß nicht. Menschen haben ja Menschenrechte, Tiere aber keine Tierrechte. Ehrlich gesagt, vorstellen kann ich mir das schon. Sie sagen, für einen guten Zweck, ein hohes Ziel darf man uns Leiden zufügen. An Mira und mir werden sie ausprobieren, welche Menge eines Medikaments uns tötet. Das kann Tage, Wochen oder Monate dauern.

Engel: Wie furchtbar!!!
Bruno: Die Tierexperimentatoren bemerken unsere Leiden gar nicht mehr. Sie nennen das „Akute Toxizität“, das hört sich wissenschaftlich, wichtig und nicht grausam an. Wir werden festgeschnallt und man steckt uns einen Schlauch in den Hals. Dann füllen sie soviel von einem Mittel in uns hinein, wie sie wollen. Uns wird schlecht. Wir bekommen Magenschmerzen und Durchfall. Manche von uns haben furchtbare Krämpfe, Herzanfälle oder werden wahnsinnig vor Kopfschmerzen. Langsam gehen unsere Organe kaputt.
Katze: Hallo, hallo ich bin Kleo - oder 109. Ich will auch mal was sagen. Wir hören die Tiere stöhnen und weinen. Menschen sprechen unsere Sprache nicht und haben ja auch so furchtbar schlechte Augen, Ohren und Nasen, dass sie fast gar nichts mitbekommen. Oft ist auch überhaupt niemand da. Dann ist Wochenende, Nacht, oder sie sind eben einfach woanders - wenn Tiere sterben.
Sie lassen Katzen erst verbluten, dann beleben sie uns wieder. Danach werden wir noch einmal getötet. Sie nennen das „Notfallmedizin“. Und sie bohren uns im Kopf herum, weil sie wissen wollen, wie Menschen lernen oder wie das mit den Drogen bei ihnen ist. „Neurowissenschaft“ nennen sie das. Ein schönes Wort für eine grausame Sache.
Engel: Sie bohren im Gehirn von Katzen, um etwas über Menschen herauszufinden? Das wird ja immer verrückter!
Kleo: Tja, Tierversuche werden nicht nach ihrem Nutzen beurteilt - Hoffnung reicht, denn Menschen klammern sich an Hoffnung. Ob unsere Leiden nützen, wird nicht überprüft. Sie nennen das „Freiheit der Forschung“.

Engel: Ich habe aber mal gelesen, dass 77% der Deutschen Tierquälerei ablehnen. Das ist doch die Mehrheit.
Kleo: Aber grausame Tierversuche sind doch keine Tierquälerei!!!
Engel: Sag mal, haben sie Dir auch schon im Kopf herumgebohrt? Tiere zu vergiften, zu verbrennen oder sonst wie zu verletzen ist ja wohl Tierquälerei!!!
Kleo: Tjaaa, da kennst Du die Menschen schlecht. Sie haben sich Gesetze ausgedacht, die das nur dann Tierquälerei nennen, wenn es ein Privatmensch macht. Quält jemand eine Katze für die Forschung, dann hat er dafür einen „vernünftigen Grund“ und – schwupps – ist ´s keine Tierquälerei mehr, sondern gerechtfertigt und gute Wissenschaft!
Engel: Aber gerade Wissenschaftler haben doch bewiesen, dass Ihr fühlt, denkt, Moral und Mitgefühl, Verantwortung und Liebe kennt.
Kaninchen: Hallo, ich heiße Klopfer oder 1267. Tierversuche werden seit Jahrhunderten gemacht, heimlich, niemand darf dabei zusehen. Unser Schreien hört niemand und unser Sterben sieht niemand. Aber alle wissen, dass es Tierversuche gibt. Viele sagen, sie sind zu grausam zum Hinsehen. Wir müssen aber nicht nur hinsehen, wir müssen sie ertragen!

Schwein: Tag zusammen, ich bin Schnuffel oder 1204 Tierexperimentatoren machen den Menschen aber auch Angst. Erst zeigen sie Bilder von schrecklichen Krankheiten und behaupten dann, dass nur Tierversuche Rettung bringen. Wenn Menschen Angst haben, können sie nicht denken. Ich habe auch jedes Mal Panik, wenn die Menschen kommen. Ich kann dann nicht mehr logisch denken, weil ich solche Angst vor ihnen habe. Sie benutzen uns Schweine nämlich als Ersatzteillager für ihre kranken Organe.
Engel: Aber sie reden doch immer von Verantwortung, Humanität, Gewaltlosigkeit, Mitgefühl und Hilfe für Schwächere. Sind diese Dinge plötzlich wertlos, sobald es um Euch Tiere geht?
Klopfer: Ich glaube, sie haben einfach vergessen darüber nachzudenken. Früher fanden sie auch Folter und Krieg in Ordnung. Sie haben Menschen zur Schau gestellt, gequält, versklavt und verbrannt. Sie haben wenig über Gewalt nachgedacht und glaubten, wir merken das nicht so und wir sind stumpf und einfältig.

Schnuffel: Aber heute wissen sie wie sensibel wir sind. Wir arbeiten ja sogar mit Kranken, denen Menschen nicht mehr helfen können!! Sie wissen doch längst, dass wir ihnen so ähnlich sind, dass sie uns unter keinen Umständen quälen dürfen – selbst dann nicht, wenn es nützlich wäre!
Klopfer: Das ist doch sooo einfach: Wer anders ist, als man selbst, den darf man deshalb doch nicht quälen! Was sie wohl sagen würden, wenn jemand, der intelligenter ist als sie, das mit Ihnen machen würde! Würden sie dann sagen für einen vernünftigen Grund darf man Menschen quälen?
Schnuffel: Nein, bei Menschen ist das gaaaaanz etwas anderes. Die haben Würde, wir Tiere haben nur einen Wert.
Engel: Wie kommst Du da nun wieder drauf?
Klopfer: Sie sagen, Gott hat sie nach seinem Ebenbild gemacht.
Schnuffel: Eben, kannst Du Dir Gott vorstellen, wie er Tiere quält?
Klopfer: Natürlich nicht. Er hat uns genauso lieb wie die Menschen. Aber sie sagen, sie haben Würde - Menschenwürde. Wir Tiere sind nur Mittel für ihre Zwecke.
Engel: Ich weiß ganz genau, dass Gott nicht will, dass Menschen Kaninchen und Schweine quälen, um gesund zu werden. Sie sollen mit ihrem großen Hirn anders forschen. Manche machen das schon. Wer ernsthaft tierversuchsfrei forscht, der hat auch Erfolg - wie man sieht.
Schnuffel: Bitte, Du bist doch ein Engel. Kannst Du nicht losfliegen und Gott bitten uns zu helfen?
Engel: Ähh, ich glaube, er ist schon bei der Arbeit. Ich habe gaaaanz viele Menschen getroffen, die für Euch kämpfen. Ich finde allerdings auch, dass Gott ein bisschen ranklotzen könnte. Er hofft wohl immer noch, dass die Menschen freiwillig mitfühlend, liebevoll und fürsorglich werden. Er hat sich doch soviel Mühe mit ihnen gegeben – nicht zu fassen, was die aus sich gemacht haben!
Ich fürchte Ihr müsst noch etwas Geduld haben und sehr stark sein. Aber Gott und ich und alle Menschen, die wissen, dass Tiere liebenswerte und gleichwertige Mitgeschöpfe sind, werden sich kümmern, versprochen!

Lieber Gott, schütze alles, was Odem hat, bewahre es vor allem Übel und lass es ruhig schlafen. Amen.

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